Bürokratie und Regelungswahn zu Lasten von Bildung in Wohnortnähe

Die Oberschule in Wünsdorf (Stadt Zossen) wird im Schuljahr 2014/2015 keine siebte Klasse, also keinen Einstiegsjahrgang anbieten. Darüber wurden die Eltern der Kinder informiert, die ihren Nachwuchs in dieser weiterführenden Schule angemeldet haben.

Als Begründung wird das brandenburgische Schulgesetz angeführt, das fordere, dass für die Eröffnung dieser Jahrgangsstufe, mindestens zwei Parallelklassen mit jeweils ca. 20 bis 28 Schülern eingerichtet werden müssen. Da die Anmeldezahl mit 15 Schülern deutlich darunter läge, wurde vom Schulamt ganz bürokratisch beschlossen, dass dieser Jahrgang in der Oberschule gar nicht eingerichtet wird und die Schüler mit ihrem Zweitwunsch zum Zuge kämen.

Als Liberaler in Zossen kann ich nicht nachvollziehen, wie sich die Landesregierung immer wieder damit brüstet, dass Schulwege möglichst kurz gehalten und ein möglichst breites Bildungsangebot erhalten werden soll und diese dann aber gleichzeitig solche Gesetze erlässt und beibehält, die solche Maßnahmen erfordern. Wir wissen sehr genau, dass nur eine Bildung, die bestmöglich an die Fähigkeiten und Interessen der Schüler anknüpft und möglichst wohnortnah stattfindet zu einem positiven Lernerfolg führen kann. Insbesondere die Auswahl zwischen den vorhandenen Schulformen muss gewahrt bleiben

Im Namen der FDP in Zossen fordere ich die rot-rote Landesregierung auf, das Schulgesetz anzupassen, so dass insbesondere auch „auf dem platten Land“ wieder ausreichend Auswahl für Sekundarschulen bestehen kann und die Schüler nicht gezwungen werden, die Hälfte ihres Tages im Nahverkehr zu verbringen, statt zu lernen.

Die (künftige) Stadtverordnetenversammlung von Zossen sollte sich umgehend nach der Wahl mit dieser Thematik beschäftigen, um möglichst noch eine Umkehr erwirken zu können und gleichzeitig für zukünftige Jahrgänge vorzusorgen, fordere ich. Ich bin ja auch selbst Vater eines angehenden Schülers aus Wünsdorf, der in einigen Jahren auch die Auswahl haben soll, auf welche Sekundarschule er gehen kann.

1 Comment(s)

  1. Comment by Martin on 22. Mai 2014 18:56

    Mein Schreiben vom 22.05.2014 an Frau Dr. Martina Münch (Bildungsministerin in Brandenburg) im Wortlaut:

    Sehr geehrte Frau Dr. Münch,

    mit großem Interesse las ich gerade den Bericht zur „Initiative Oberschule“ http://www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb2.c.406200.de auf Ihren Webseiten.
    Nach dieser Lektüre betrübt mich die Nachricht von betroffenen Eltern unserer Stadt noch mehr.
    Die Oberschule in Wünsdorf (Stadt Zossen) wird im Schuljahr 2014/2015 keine siebte Klasse, also keinen Einstiegsjahrgang anbieten. Darüber wurden die Eltern der Kinder informiert, die ihren Nachwuchs in dieser weiterführenden Schule angemeldet haben.
    Als Begründung wird das brandenburgische Schulgesetz angeführt, das fordere, dass für die Eröffnung dieser Jahrgangsstufe, mindestens zwei Parallelklassen eingerichtet werden müssen. Da die Anmeldezahl mit 15 Schülern deutlich darunter läge, wurde vom Schulamt ganz bürokratisch beschlossen, dass dieser Jahrgang in der Oberschule gar nicht eingerichtet wird und die Schüler mit ihrem Zweitwunsch zum Zuge kämen.
    Als interessierter Bürger der Stadt Zossen kann ich nicht nachvollziehen, wie sich die Landesregierung – deren Mitglied Sie als zuständige Ministerin sind – immer wieder damit brüstet, dass Schulwege möglichst kurz gehalten und ein möglichst breites Bildungsangebot erhalten werden soll und diese dann aber gleichzeitig solche Gesetze erlässt und beibehält, die solche Maßnahmen erfordern. Wir wissen sehr genau, dass nur eine Bildung, die bestmöglich an die Fähigkeiten und Interessen der Schüler anknüpft und möglichst wohnortnah stattfindet zu einem positiven Lernerfolg führen kann. Insbesondere die Auswahl zwischen den vorhandenen Schulformen muss gewahrt bleiben
    Im Namen der FDP in Zossen fordere ich Sie stellvertretend für die Landesregierung auf, das Schulgesetz anzupassen, so dass insbesondere auch “auf dem platten Land” wieder ausreichend Auswahl für Sekundarschulen bestehen kann und die Schüler nicht gezwungen werden, die Hälfte ihres Tages im Nahverkehr zu verbringen, statt zu lernen.
    In diesem speziellen Fall fordere ich Sie zudem auch im Namen der betroffenen Eltern auf, diese Entscheidung mit dem Schulamt Wünsdorf nochmals zu überarbeiten, Regelungsmöglichkeiten zu erörtern und den Schülern ein Lernen in Wohnortnähe zu ermöglichen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Lindstedt
    OV Vorstandsmitglied/Referent Zossen
    ___________________________
    FDP in Zossen beim OV Rangsdorf
    Gartenstraße 16
    15834 Rangsdorf
    ————————————————
    Telefon: 033702/604573
    Fax: 033702/600167
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