Neue Bürgerliste in Zossen

Eine „neue“ Gruppierung will nun in die SVV einziehen und startet nun offiziell den Lauf dorthin. Die MAZ vom 08.11. und der Blickpunkt vom 09.11. berichten über eine entsprechende konstituierende Versammlung vom 06. November im Zossener E-Werk. Rekrutieren will sie sich hauptsächlich aus bereits aktiven Bürgerinitiativen. Wenn ich es mir auf den ersten Blick ansehe, ist es nur konsequent, die bisherige Strippenzieherei aus dem Hintergrund, in den Vordergrund und „die große“ Bühne zu holen. Schon lange engagieren sich die im Artikel genannten BürgerInnen und BIs für ihre Interessen und versuchen (leider) mit allen Mitteln Einfluss auf die Stadtverordneten, Bürger und Medien zu gewinnen. Also auf die, die mit ihnen nicht sowieso schon verbunden sind. Gleichzeitig bleibt nun endgültig die „Unabhängigkeit“ der BIs auf der Strecke. Sie können sich nun nicht mehr auf die Fahnen schreiben, Partei- und Fraktions-übergreifend die Interessen der Bürger zu vertreten.

Der Artikel entwickelt an einigen Stellen ein gewisses „Geschmäckle“ bei mir. Wenn es nun also bereits Stadtverordnete gibt, die die BIs unterstützten. Taten sie es nicht intensiv genug? Oder warum benötigen sie eine Konkurrenz? Der Artikel bzw. die Äußerungen vermitteln den Eindruck, kein einziger Stadtverordneter bzw. keine einzige Fraktion hätte die Belange der BIs unterstützt oder ernst genommen. Keine? Seltsam!

Nicht einmal der ehemalige Bürgermeister-Kandidat Carsten Preuß? Wieso wurde er dann so vehement – mit allen vorstellbaren und unvorstellbaren Mitteln – aus diesen Kreisen unterstützt?

Nein, hier scheint der Bürger bzw. Wähler einfach nur veralbert werden zu sollen. Seilschaften sollen ausgebaut und Interessensfundamente erweitert werden. So interpretiere ich diese „Neugründung“.
Interessen ist übrigens ein wichtiges Stichwort. Im letzten Absatz des MAZ/ZR-Artikels wird die Sprecherin mit den Worten „..sondern für die Durchsetzung unserer Interessen.“ zitiert. Meines Wissens nach leben wir in einer repräsentativen Demokratie. Dort soll es eben nicht um einzelne Interessen einzelner Personen oder Gruppen gehen, sondern um das Gesamtbild. Vielleicht gibt ja mal jemand Nachhilfe? Es soll ja eine BI für mehr Demokratie in Zossen geben..
Aber die eigenen Interessen sind es ja auch, die den „verkrusteten“ Stadtverordneten immer wieder in der Vergangenheit angekreidet wurden. Komisch. Sind eigene Interessen plötzlich nicht mehr schlecht? Salonfähig womöglich?
Die Aussage „Wir wollen keine Gruppierung gegen die Bürgermeisterin sein..“ glaube ich den Initiatoren nicht, da ich die Politik in Zossen und insbesondere die Aktivitäten der BIs (mit einzelnen Ausnahmen) in den vergangen Monaten/Jahren mitverfolgt habe.
Alles in Allem stellt sich hier also eine Gruppierung vor, die entweder sehr naiv von bestehenden Strukturen gesteuert wird oder dreist die Wähler veräppeln will. Beide Varianten sind für mich untragbar. Schade!

Martin Lindstedt
Wünsdorf

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