Fehlendes Unrechtbewusstsein brennt sich über Jahre ein

Gegen den Landrat von Teltow-Fläming ist ermittelt worden und in Folge dessen ein Strafbefehl durch die zuständige Staatsanwaltschaft beantragt worden, berichtet die MAZ. Es ist ja schon schlimm genug, wenn sich ein Politiker unseres Landkreises der Vorteilsnahme schuldig macht und dies auch erst nach „belastenden Ermittlungen“ langsam öffentlich eingesteht. Durch die Akzeptanz der Strafbefehls durch Landrat Giesecke, zur Vermeidung eines Verfahrens sind nun auch weitere Mutmaßungen über weitere Ausuferungen quasi den Beobachtern aufgezwungen worden.

In einer ersten Stellungnahme – ebenfalls in dieser Zeitung – durch den Landrat war zu erkennen, dass er die Folgen für sich zwar hinnimmt, aber anscheinend nicht daraus gelernt habe. Beispielsweise als es um eine Zuwendung an die soziale Einrichtung geht, die durch seine Ehefrau geleitet wird.

Jeder normal denkende Bürger würde nun erwarten, dass Giesecke spätestens jetzt seinen Hut nimmt. Gerade nach der Hexenjagd auf den Ex-Bundespräsidenten Wulff ist die Öffentlichkeit hier ja auch sensibilisiert. Zudem erwartet man, erwarte ich eigentlich, dass diejenigen seiner Getreuen, die sich bisher hinter der Aussage „..warten wir erst einmal ab, was an der Sache dran ist..“ versteckten, endlich Farbe bekennen und diese Zustände in unserem Landkreis nicht mehr akzeptieren und wenigstens durch eine Abwahl Gieseckes die Konsequenzen ziehen.

Nachdem nun aber die ersten Akteure seiner Partei und der Koalitionäre aus dem Kreistag sehr kleinlaut reagierten, und auf eine „gute Erklärung“ hoffen, springt ihm nun sogar ein Partei-Genosse und Weggefährte aus der Bundespolitik – Peter Danckert (SPD/MdB) – zur Seite und empfiehlt allen Ernstes öffentlich den Kreistags-Mitgliedern, Giesecke nicht abzuwählen.
Vetternwirtschaft unter Genossen wird Giesecke ja bereits lange vorgeworfen.
Vorteilsnahme oder gar Bestechlichkeit wird auch nicht dadurch besser oder wenig schwer, wenn sich der Beschuldigte vorher redlich um sein Amt bemüht hat. Schließlich wurde Giesecke ja in das Amt gewählt, damit er es eben korrekt und zum Wohle des Landkreises ausübt. Es war sein Job! Nicht aber Veruntreuung von Geldern des klammen Landkreises.

Vielleicht sollten Politiker-Ämter zeitlich begrenzt werden, damit sich solche Verhaltensweisen nicht festsetzen und zur Gewohnheit werden. Sowohl Giesecke als auch der ihn verteidigende Danckert üben ihre aktuellen Positionen bereits sehr lange aus und scheinen mit der Zeit den Blick für Recht und Moral ein wenig verloren zu haben. Sehr schade.

2 Comments

  1. Comment by Christa on 6. September 2012 10:41

    Das Verhalten von Politikern sollte doch ein Vorbild für alle sein, – aber von diesem Wunsch müssen wir uns wohl endgültig verabschieden.
    Sicher, Politiker sind auch nur Mernschen und machen Fehler. Dann müssen sie aber auch die Konsequenzen für ihr Fehlverhalten tragen – iim Fall Giesecke erwarte ich eigentlich, dass er jetzt zurücktritt.

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