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Gesundheit und Bildung nach Elterneinkommen?

In Zossen soll es – wenn es nach dem Willen der Linksfraktion in der SVV geht – bald Geschenke für Schüler an Schulen der Stadt geben. Sie möchte den Kindern gerne ein kostenloses Schulessen anbieten. Aber nicht allen..

Ob es nun tatsächlich so ist, dass die Stadt Zossen aus dem „hohen geplanten Einnahmen“ heraus so viel finanzielle Luft hat, um an dieser Stelle eine neue freiwillige Leistung aus dem Ärmel zu schütteln, lasse ich mal außen vor, da ich selbst keinen Einblick in die Haushaltslage und -Pläne der Stadt habe. Was ich aber erschütternd finde, ist dass gerade die, die immer mit dem Finger darauf weisen, dass es Ungerechtigkeit in der Bildungslandschaft Deutschlands gäbe und die Möglichkeiten der Schüler vom Einkommen ihrer Eltern abhängen würden… Gerade die wollen dieser Ungerechtigkeit mit einer weiteren Ungerechtigkeit begegnen.

Vor gar nicht so langer Zeit war es die kostenlose Beförderung von „sozial benachteiligten Schülern“ im Schulbus und nun soll es – mal wieder – ein kostenloses Essen für Schüler der Stadt geben. Aber nicht für alle, die hier zur Schule gehen. Sondern nur für die, die „bedürftig“ sind. Inzwischen hat man wohl Wind davon bekommen, dass nicht alle „bedürftigen“ auch Hartz IV/ALG II empfangen und hat deshalb den eigenen Beschlussantrag geändert. Aber was ist mit den anderen Kindern? Haben die kein Anrecht auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung? Sind diese Kinder etwa für die SVV weniger wert, weil ihre Eltern einer Arbeit nachgehen, von der die Familie (auf den ersten Blick) leben kann? Wie gut, sei mal dahingestellt. Wie sollen diese Eltern das ihren Kindern erklären? Wenn es etwas kostenlos geben soll: Dann bitte für ALLE! Gerade bei Kindern sollte das sogar DOPPELT gelten. Denn sie können nun wirklich nichts für ihr soziales Umfeld. Egal in welcher Richtung.

3 thoughts on “Gesundheit und Bildung nach Elterneinkommen?

  • Hallo Martin,

    nein, ich möchte nicht unter „Alle“ fallen. Ich möchte lieber wählen, was meine Kinder essen, statt es mir „aufdrücken“ zu lassen. Dafür zahle ich entsprechend.

    Dann lieber Alternativen vorgeben, die die Eltern selbst wählen können (am besten möglich, wenn wieder in den Schulen selbst gekocht wird!)

    gruß
    a.

  • hmm.. ok..
    dann sollten aber alle die Wahl haben..

    Aber ob das im „Sinne des Erfinders“ wäre? Würden die jetzt anvisierten „sozial benachteiligten“ Eltern dann auch das Schulessen wählen? Führt eine Wahlfreiheit oder gar Individualismus in eine andere Richtung? Aber sorry. Dahin soll das Kollektiv… der soziale Gedanke ja gar nicht führen… *fg*
    Ich persönlich würde auch gern selbst entscheiden dürfen (!), aber gleichzeitig die Möglichkeit haben wollen, an einem Angebot zu partizipieren. Gleiches soll mein Kind dann später auch entscheiden können, wenn es das mag.

    Gibt es eigentlich eine pädagogisch-psychologische und gesundheis-/ernährungswissenschaftliche Studie zu einem Schulessen? Wird das empfohlen? Welchen Vorteil soll es eigetlich haben, außer, dass es was umsonst gibt?

  • Hallo Martin,

    „umsonst“ ist qualitativ meines Wissens nie gut. Ob es eine solche Studie zum Schulessen gibt, weiß ich nicht. Sicherlich! In jedem Fall gibt es aber genügend Studien zu hochwertigem, gesunden Vollwertessen. Ob nun Bio oder nicht. Und darum geht es ja letztendlich. Kann ja keiner wollen, dass alle Kinder Hamburger bekommen, weil die günstiger sind als das andere Essen.
    Im Vergleich wird aber genau das passieren, wenn Essen umsonst ist,

    Da es in Brandenburg nicht nur Bildungspolitisch extremsten Geldmangel hat und dies leider mit Sicherheit nicht das Essen aussparen würde, wehre ich mich sogar mit Händern und Füßen gegen kostenloses Schulessen.

    Angefangen werden muss doch sowieso ganz woanders. In der Familie, in der Familienpolitik und der Bildungspolitik, bei der Ausbildung der Lehrer etc. Aber was kann man damit kurzfristig oder auch nur mittelfristig schon verdienen???

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