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Im Sinne der Preisträger und des Paten?

Etwas überrascht war ich – und offensichtlich nicht nur ich – dass die Jury der Alfred-Nobel-Stiftung den diesjährigen „Friedensnobelpreis“ an den (neuen) US-Präsidenten Barrack Obama überreichen möchte. Er ist aus dem Kreis von mehreren hundert für dieses Jahr nominierten Personen und Organisationen für den Preis ausgewählt worden. Ich persönlich kann die Entscheidung leider nicht ganz verstehen.

Zum einen deshalb nicht, weil ich der Meinung bin, dass ein Preisträger „etwas geschafft“ haben – oder zumindest eingehend und maßgeblich versucht (denn nicht jeder „Friedensstifter“ hat auch immer echten Frieden bringen können) haben – sollte. Solch ein „Ergebnis“ hat der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika meiner Meinung nach bisher noch nicht vorzuweisen. Auch Alfred Nobel selbst wird in der Wikipedia mit den Worten zitiert ..

„..als Preise denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“.

Der Nobelpreis wird vergeben für die fünf Kategorien Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und für Friedensbemühungen. Somit verstoßen die juroren natürlich nicht gegen die Kriterien. Sie selbst haben auch in einigen Stellungnahmen benannt, dass es ihnen in diesem Falle nicht um konkrete Ergebnisse ging, sondern vor allem um den Geisteswandel in der interantionalen Diplomatie, den Obama maßgeblich mit beeinflusst habe.

Ich glaube aber, dass die so frühe Ehrung Obamas der Rige der bisherigen Preisträger nicht gerecht wird, und ihre Verdienste zum Teil ein wenig herabwürdigt, indem Obama in ihren „Glanz“ eintritt. Aber andererseits ist es gut, dass das Nobel-Komittee nach eigenen Maßstäben handelt und sich nicht so leicht von außen bzw. von äußeren Stimmungen beeinflussen lässt. Nicht zuletzt auch deswegen hat beispielsweise der deutschen Widerstandskämpfer Carl von Ossietzky diesen Preis erhalten können.

Was ich selbst aber auch noch als zweiten Punkt meines Zweifelns sehe, ist die Tatsache, dass die USA – deren Oberhaupt Obama nun einmal seit nicht einmal einem Jahr ist – nach wie vor DER minitärische Akteur weltweit ist und an vielen Fronten auch offensiv kämpft. Zudem kann sich das US Militär nicht gerade darin sonnen, einen guten Ruf in der Welt zu haben, wenn es um den Umgang mit der Zivilbevölkerung oder aber auch mit sogenannten Kriegsgefangenen geht.

Zwar hat Obama angekündigt, seine Truppen zukünftig „geordnet“ aus einigen Einsatzgebieten – beispielsweise im Irak – abziehen zu lassen, doch ist es bisher noch zu keinen nennenswerten Truppenabzügen gekommen. Für mich ist es ein Widerspruch in sich, wenn der größte militärische Akteur – der Präsident verantwortet die Einsätze ja – auf der ganzen Welt ausgerechnet den Friedensnobelpreis erhält, ohne maßgeblich an den Aktivitäten, die ja nicht der aktuelle Präsident so angeordnet hatte, etwas verbessert zu haben. Schade! Ich hoffe, dass er diesem Preis nun wirklich noch gerecht werden kann.

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